ÜBER UNS
Tangoculto ist entstanden, als die Argentinier Juan Pablo Alonso und Matías Guiñazú ein gemeinsames Projekt voranbringen wollten. Juan Pablo Alonso und Matías Guiñazú sind zwei Tangolehrer, die in Buenos Aires geboren und ausgebildet wurden. Seit sie sich 2007 kennen lernten, arbeiten die beiden Argentinier zusammen. In dieser Zeit haben sie entdeckt, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben, so bevorzugen zum Hören und Tanzen beide den klassischen Tango, weil diese Musik das ist, was sie als ‚echten’ Tango verstehen und womit sie aufgewachsen sind. Jedes Mal, wenn sie bestimmte Texte des klassischen Tangos hören oder tanzen, können sie sich darin wiederfinden. Die alten Texte haben mit der Geschichte ihrer Eltern oder Großeltern zu tun, und oft sind es Stücke, die sie schon als Tangoschüler kennen gelernt haben. Tango hat also viel mit ihrer Identität zu tun, denn obwohl diese Texte vor vielen Jahren geschrieben wurden, bleiben viele von ihnen weiter aktuell, da sie von Geschichten handeln, die sich so oder ähnlich immer wieder ereignen. Heute finden sich die beiden Argentinier in Deutschland auch in den zahlreichen Tangotexten wieder, die von Emigranten handeln, die ihre alte Heimat vermissen. Deshalb – und natürlich wegen seiner zeitlosen Musik – wird der Tango nie sterben. Außerdem haben Juan Pablo Alonso und Matías Guiñazú ein Faible für Traditionen. Sie möchten die Wurzeln des Tangos bewahren und ihn, jeder mit seinem eigenen Stil, auf dieser Grundlage unterrichten. Eines der Ziele von Tangoculto als Tanzschule ist also, den klassischen Tango so zu lernen und zu erleben, wie er bis heute in Buenos Aires lebt. Trotzdem kommt man natürlich auch bei Tangoculto, sei es im Unterricht oder bei den Milongas, mit modernen Versionen des Tango in Kontakt.
Juan Pablo Alonso
Am 24. Juni 1975 wurde ich als Sohn einer Immigranten-Familie in Buenos Aires geboren. Aufgewachsen bin ich in dem Viertel Mataderos, in dem Tango zum Lebensalltag gehört: Kein Tag vergeht, an dem einem auf der Straße die Melodien des Tangos nicht begegnen, denn man hört sie an jeder Ecke aus den geöffneten Fenstern. In meinem Viertel Mataderos ist es unmöglich, nicht Teil dieser Kultur zu werden und so wurde ich bereits als Kind durch die Musik des Tangos und durch die argentinische Folklore geprägt. So kommt es, dass ich früh damit begann, meine Tage mit einer Milonga zu beginnen, um sie dann mit einem Tango zu beenden. Zuerst tanzte ich aus Zerstreuung, dann aus Spaß. Später kam die Leidenschaft hinzu. Ich brachte in meinen Tanz die Liebe, das Leben und die Arbeit ein. Der Tango wurde zu meiner Profession und „El Primo" wurde geboren, der für den Tango alles gibt. Wenn ich tanze, habe ich das Gefühl fliegen zu können. Es macht mich glücklich, im Tanz eine Form gefunden zu haben, mit der ich Gefühle ausdrücken kann und die mir geholfen hat, die künstlerische Seite in mir zu entdecken. Mein Wunsch ist es diese Erfahrung, die Kunst des Tanzes und die Liebe zum Tango mit Ihnen zu teilen und an Sie weiterzugeben! Juan Pablo Alonso.
Matias Guiñazú
Ich bin in Buenos Aires geboren und aufgewachsen. Mein Viertel ist Almagro. Dort gibt es viel, was mit Tango zu tun hat: Tangoschulen, die Milongas wie z.B. „La Catedral“, Bars wo sich viele Tango-Autoren treffen, und auch einige Tangotexte erzählen über Almagro oder drehen sich um Geschichten, die in Almagro stattfinden. Ich erinnere mich, dass ich als Kind oft in einem Park gegenüber von unserem Haus war, wo sich viele ältere Männer trafen, um Schach, Dame oder Karten zu spielen. Viele von ihnen hatten immer ein Radio dabei und haben als Hintergrundmusik Tangos gehört. Das war einer meiner ersten Kontakte mit der Tango-Musik. Als Kind habe ich viel Fußball gespielt, und in Almagro gibt es den Verein „Club Almagro“, wo ich in der Fußballmannschaft gespielt habe. Das war mein erster Verein und ich bin immer noch als Fan geblieben. In diesem Club gab es eine Bar, aus der immer Tangomusik kam und wo einige Plakate von Orchestern oder Sängern hingen, die für mich damals unbekannt waren. Viele Jahre später und nach mehreren Versuchen wurde ich schließlich von einem Freund davon überzeugt, dass ich unbedingt Tango lernen sollte. Er meinte, das wäre was für mich und man könnte nur Spaß haben. So habe ich in einem Kulturzentrum mit Tangostunden angefangen. Anfangs war nur zum Spaß und vielleicht ein Hobby, was mir auch die Möglichkeit gegeben hat, andere Menschen kennen zu lernen. Allerdings habe ich mit der Zeit entdeckt, dass es für mich viel mehr war als nur ein Zeitvertreib. Tango war auch eine neue Form, mich ausdrücken zu können, vielleicht sogar eine Art Gebärdensprache, wo man durch bestimmte Bewegungen ohne Worte kommunizieren kann und gleich eine Antwort – vom Tanzpartner – bekommt. Ich wurde in Buenos Aires von unterschiedlichen Tangolehrern ausgebildet, und seit 2002 wohne ich in Deutschland. Ich arbeite auch als Erzieher und als Musiker. Mir ist alles wichtig, was mit der Gesellschaft zu tun hat, so auch der Tango.
Matías Guinazú
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